KUM gibt Einblick in die Durchführung einer Expertenevaluation - eine Methode zur Untersuchung von Software auf Usability-Schwachstellen

Datum: 16. Januar 2013 | von Frank Dittrich

Das Kompetenzzentrum Usability gibt einen Einblick in die Durchführung einer Expertenevaluation zur Identifikation von möglichen Usability-Mängeln in komplexer betrieblicher Anwendungssoftware. Die Evaluation von Software ist ein wesentlicher Schritt im Usability-Engineering-Prozess. Nur durch die Bewertung des Software-Produktes hinsichtlich Usability-Mängel können Schwachstellen behoben und nutzerfreundliche Produkte entwickelt werden.

Neben sogenannten nutzerorientierten Evaluationsverfahren, bei denen die Nutzer der Software in die Bewertung eingeschlossen werden (z.B. Usability-Test), bilden Expertenevaluationen die zweite Methodengruppe. Bei Expertenmethoden erfolgt die Bewertung der Software anhand des Wissens und der Erfahrungen von Usability-Experten, die anhand von strukturierten Vorgehensweisen und auf Basis von Checklisten und Richtlinien Usability-Mängel aufspüren. Expertenevaluationsmethoden werden vor allem während der Software-Entwicklung eingesetzt, um bereits in frühen Entwicklungsphasen erste Entwürfe zu beurteilen. Aber auch bei fertigen Produkten ist die Anwendung von Expertenevaluationen sinnvoll. Diese Ergebnisse fließen in die nächsten Releases ein.

Expertenevaluationen können einzeln aber auch mit mehreren Experten zusammen in einem Workshop stattfinden. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn die Software eine Teamarbeit, wie im vorliegenden Beispiel bei der CRM-Software des Software-Herstellers TecArt GmbH aus Erfurt, abbildet. Die Darstellung der einzelnen Nutzeransichten auf großflächigen Bildschirmen unterstützt die Diskussion über mögliche Usability-Schwachstellen.

Die Erkenntnisse aus dieser Untersuchung und weiteren Erhebungen an anderen Software-Systemen fließen in die Forschung des Kompetenzzentrums ein. Mit Hilfe der gewonnen Informationen sollen neue Expertenevaluationsmethoden mit konkretem Anwendungsbezug (z.B. CRM, ERP) entwickelt werden, die effizienter und effektiver in ihrem Einsatz sind.

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